Dieses Projekt zeugt von der Verbundenheit zur ehemaligen Kaiserstadt Aachen, dem Verlangen danach, historische Zusammenhänge zu verstehen und Reste Alt-Aachens in den Überbleibseln der Stadtarchitektur zu lesen und mit dem heutigen Verständnis zu deuten.
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Unser Augenmerk gilt dem Granusturm auf dieser Aufnahme auf dem Jahr 1943. Durch Bombardierungen zeigt er sich bereits schwer gezeichnet
Das erste Foto entstand 1943.
Beim zweiten Foto handelt es sich um einen Internet-Fund aus den Tagen nach dem Kriegsende 1945. Das zweite Foto soll sich im Fundus des Aachener Stadtarchivs befinden.
Fotos: Sammlung Mühlenberg & Internet-Fund
So sah das Rathaus gegen Ende der Kämpfe um Aachen aus. Gut zu erkennen sind die Reste des Granusturms, die diesen als Ruine zeigen (Foto um 1945)
Die kesse Heidi K. aus Verlautenheide nimmt teil am Fotowettbewerb der hübschesten Mädels aus Aachen
Nach Gerda geht heute Heidi aus Verlautenheide ins Rennen. Ein flottes Vehikel haben ihre Freundinnen und sie bereits übernommen; galant mimt Heidi eine anmutige Kühlerfigur.
Heidi geht mit diesem Foto als potentielle Aachener Schönheitskönigin der 1930er Jahre ins Rennen.
Detailreiches Luftbild mit Blick auf die Aachener Altstadt rund um Dom und Rathaus
Auf dieser Fliegeraufnahme (aus dem Jahr 1942) gut zu erkennen ist der dreieckige Marktplatz.
Aus der Vogelperspektive blickt man auf den mächtigen Bau des Kaiserbads linker Hand sowie auf die zu diesem Zeitpunkt ebenso noch vorhandenen Gebäudeteile des Kaufhauses Tietz (unten rechts).
Normalerweise eine architektonische Augenweide in Aachen, doch baulich stark angegriffen und in einem unwürdigen Zustand: Das Kongressdenkmal im Aachener Stadtgarten
1822 wurde das Denkmal am Adalbertsteinweg errichtet und in den 1920er Jahren in den Stadtgarten (Farwickpark) unweit des Spielcasinos versetzt.
Zu Ehren des Friedenskongresses (an dem 1818 der König von Preußen, der Russische Zar und der österreichische Kaiser in Aachen teilnahmen) schuf Johann Peter Cremer den baulichen Entwurf, der von Karl Friedrich Schinkel veredelt wurde (wie beim Elisenbrunnen und Stadttheater). An den Aachener Kongress erinnern die Namensgebungen der Alexanderstraße, der Franzstraße sowie Wilhelmstraße, da dort die erwähnten Monarchen nächtigten.
Denkmalverantwortlichen Aachens liegt das Kongressdenkmal nicht sonderlich am Herzen. Seit Jahren ist seine Existenz dem Verfall und Vandalismus preisgegeben.
Marmorplatten wurden entwendet und nicht ersetzt, Kriegsschäden hat man nicht behoben. Die Säulen sind mit Zeichnungen verunstaltet, deren Datumsangaben davon zeugen, wie lange sie sich dort bereits befinden. Allerlei Vogelkot und anderer Unrat befinden sich im Inneren des Ehrenbaus.
Insgesamt macht das Kongressdenkmal einen heruntergekommenen und verwahrlosten Eindruck. Dieser Wahrnehmung wird durch eine hässliche Notverankerung verstärkt, die dem Bau die erforderliche Standfestigkeit garantiert, jedoch gleichzeitig als Vogelstange dient.
Der Zustand (eines der ältesten Ehrenmonumente Aachens) ist nicht nur bedauerlich sondern gleichzeitig umso verwunderlicher, ob der Tatsache, dass der gesamte Stadtgarten unter Denkmalschutz steht.
Fotos: Sammlung Mühlenberg
Vorschlag:
Die Kongresse des “Aachener Friedens” gehen auf das Jahr 1748 zurück. Was spräche dagegen das Kongreßdenkmal erneut zu versetzen und zu einem innerstädtischen “Friedensdenkmal” zu erheben?
Aachen wurde 1944 als erste deutsche Großstadt vom NS-Regime befreit. Dieser Tatsache könnte man dauerhaft mit Hilfe des Kongreßdenkmals symbolischen Wert hinzufügen. Heute befindet sich das Monument an einem Ort, der seiner ursprünglich angedachten Symbolkraft überhaupt nicht gerecht wird.
An der Stelle des vormaligen Scherptors, also am Ende der Annastraße findet sich eine vakante Stelle (ein Parkplatz), an der das Krongreßdenkmal gleichzeitig als Ehrenmal für die Gefallenen der letzten Kriege dienen könnte.
An einer würdevollen Gedenkstätte dieser Art mangelt es in Aachen ohnehin.
Eine am Bein verletzte junge Frau wird von Nachbarn versorgt
Im Herbst 1944 waren viele Aachener Bürger kriegsmüde. Viele hofften auf ein schnelles “Überollen” durch die Alliierten Streitkräfte. Doch sollte es anders kommen. Tausende verblieben wochenlang (in der durch Luftangriffe und Artilleriefeuer) arg geschundenen Stadt.
Tagebuch-Eintragungen zeugen von skurril anmutenden Szenen: Zum Teil verlief die Versorgung (aus heutiger Sicht) noch überraschend normal unter den gegebenen Umständen. Viele Zivilisten verschanzten sich in ihren Häusern und Kellern. Etwa 3.000 Aachener versuchten der Zwangsevakuierung auf diese Weise
Fassade in Aachen am 29. Oktober 1944
zu entkommen. Zu groß war einerseits die Furcht davor, ihr Hab und Gut Plünderen zu überlassen; viele Öcher sahen bereits auch der Zeit nach dem Nazi-Regime hoffnungsvoll entgegen.
Deshalb gehen auch Geschehnisse in die Geschichtsbücher ein, die vom Verrat eigener Truppenstellungen (z. B. in Würselen) und von Fahnenflucht berichten. Kriegsmüde Wehrmachtsangehörige wurden vielerorts bereitwillig mit Zivilkleidung ausgestattet.
Das geschichtsträchtige Aachen sollte bis auf die letzte Patrone verteidigt werden, so der Führerbefehl. Glücklicherweise unterliefen der deutschen Heeresleitung schwerwiegende militärische Fehler.
Luftangriffe auf die Aachener Innenstadt am 16. Oktober 1944
Abgesehen von einigen, kriegserprobten (und nach wie vor) motivierten Divisionsresten kamen im Kampf um Aachen diverse unausgebildete Reserveeinheiten zum Einsatz, die diesen mit hohen Verlusten bezahlten.
Der Kampf um Aachen war für beide Seiten äußerst verlustreich. Die Verteidigung wurde u. a. im Erdkampf von Flugabwehrgeschützen (Flag) gegen heranrückende Panzer geführt. Eine Luftverteidigung (seitens der Wehrmacht) war zu diesem Zeitpunkt bereits nicht mehr gegeben.
Am 19. November 1957 von der Stadt Aachen in einer Feierstunde hofiert, aus heutiger Sicht politisch diskreditiert: General Gerhard Graf von Schwerin
Die militärischen Kämpfe waren in Aachen am 21. Oktober 1944 beendet.
Großbaustelle: Wo könnte diese Aufnahme in Aachen entstanden sein?
Dieses, zugegebenermaßen nicht leicht zu lösende Bilderrätsel aus der jüngeren Aachener Geschichte, wurde dem Projekt freundlicherweise von Paul Graff zur Verfügung gestellt, der heute seinen 80jährigen Geburtstag feiert.
Das Foto wurde von Herrn Graff persönlich aufgenommen.
Welche Ansicht Aachens ist darauf zu sehen?
Foto: Privatarchiv Paul Graff
Michael Schwarz trifft ins Schwarze:
“Das Kaiser-Friedrich-Denkmal verrät’s: Der Kaiserplatz, in Richtung Hansemannplatz fotografiert. Vermutlich 1959 beim Bau der Fußgängerunterführung.”
Lediglich vier Jahrzehnte lang durften sich Ausflügler im Aachener Stadtwald einer ähnlichen Ansicht erfreuen
Der Pelzerturm erinnert namentlich an den beliebten Oberbürgermeister Ludwig Pelzer, der zur Jahrhundertwende in Aachen tätig war.
Der Aussichtsturm existiert nicht mehr. Vereinzelte, überwachsene Steinreste erinnern heute an seinen Standort. Auf seine Rekonstruktion hat man nach dem Krieg verzichtet – warum eigentlich?
Am 12. September 1944 wurde der Pelzertum von rund 50 amerikanischen Soldaten eingenommen. Zuvor diente er (als höchste Erhebung im Aachener Stadtwald; auf rund 360 Meter über NN gelegen) u. a. der verteidigenden Flak als Beobachtungsposten.
Bis zur Turmspitze wurden seinerzeit mehr als 40 Meter ausgewiesen. Zwei Treppen befanden sich im Turminneren. Rechter Hand gelangte man hinauf zur Turmplattform, links führte (ebenfalls im Turminneren) eine Steiltreppe von dieser wieder hinab.
Im Oktober 1944 wurde der Pelzerturm von amerikanischen Truppen gesprengt.
Anno Dazumal versammelten sich Öcher noch bereitwillig vor einer Fotokamera. Heute muss man sich im Domviertel fortwährend ducken, um nicht versehentlich auf ein Bild zu geraten
Wo das Foto entstanden ist, wird relativ schnell klar. Doch welchem Jahrzehnt ist der Aufnahmezeitpunkt zuzuordnen?